Die Anfänge des Platzes

Schon im Gründungsjahr stellte die SG 1931 zwei Seniorenmannschaften und eine Schülermannschaft.
Doch der junge Fußballclub hatte ein Problem: Er hatte kein Spielgelände. Genau zur Zeit der Vereinsgründung aber wurde von 1930 bis 1933 in Rockenau die erste Staustufe gebaut. Für den Bau enteignete der Staat Äcker und Wiesen. Niemand konnte oder wollte sein Land verkaufen. Eines der vordringlichen Vereinsziele, “die Errichtung und Erhaltung der notwendigen Sportanlagen” war in Gefahr. Zumal die Zeit drängte: Der Verein 1931 hatte sich beim Badischen Fußballbund in Karlsruhe angemeldet. Schon acht Monate nach der Gründung sollten im Herbst 1931 die ersten Verbandsspiele ausgetragen werden. Rockenau ließ sich eine Notlösung einfallen. An demgegenüberliegenden Neckarufer pachtete der Verein eine Wiese, auf der die ersten Spiele ausgetragen wurden. Um auf den Behelfs- Sportplatz zu kommen, mussten Spieler und Zuschauer entweder schwimmen, mit Booten übersetzen oder den Umweg über die Neckarbrücke in Eberbach in Kauf nehmen - dennoch waren der Andrang und die Begeisterung enorm. Obwohl die Zuschauer auch auf den Behelfsplatz strömten, blieb der Wunsch, einen einfacher zugänglichen Sportplatz zu haben. Und so stellte die damals noch eigenständige Gemeinde Rockenau dem Verein die am Waldrand gelegene “Kohlenplatte” unentgeltlich zur Verfügung. Doch um dort einen Sportplatz zu errichten, mussten gewaltige Erd- und Gesteinsmassen bewegt werden. Aktive Sportler, junge und alte Mitglieder schufteten an Wochenenden und in jeder freien Minute - manche gar sonntags um 4 Uhr in der Frühe. Trotz des großen Einsatzes war der Kraftakt für den Verein nicht im Alleingang zu meistern. Ausgerechnet die hohe Arbeitslosigkeit in den 1930er-Jahren kam dem SV zugute: Die Errichtung von Sportstätten zählte zu den Notstandsarbeiten, zu denen das Arbeitsamt damals Arbeitslose einteilte. Mit vereinten Kräften, in mühevolller Arbeit und mit einigem finanziellen Aufwand wurde der angefangene Sportplatz schließlich im Jahr 1932 notdürftig fertiggestellt - mehr schlecht als recht. Chancen, vernünftig zu trainieren hatte die junge Rockenauer Truppe bis zur Fertigstellung des Platzes kaum. Die ersten Spiele bestritt die Mannschaft alle auswärts.

Der berüchtigte Rockenauer Hartplatz war Geschichte

1996 stellte der Rockenauer Ortschaftsrat erstmals einen Antrag auf die Umwandlung in einen Rasenplatz.
Am 18. Oktober 2000 übergab der damalige Vorsitzende Manfred Zimmermann gemeinsam mit Rainer Erb, Andreas Huy und
Ortsvorsteher Hans Leistner im Eberbacher Rathaus einen Scheck. Damit der staubige Hartplatz durch einen saftigen Rasen ersetzt werden konnte, hatte der Verein symbolisch Quadratmeter des Spielfelds verkauft. 27 000 Mark hatten Mitglieder und Gönner dem Verein gestiftet.

Mit der Scheckübergabe an Eberbachs Bürgermeister Martin fiel der Startschuss für das 100 000 Euro-Projekt. In einer Sitzung des Gemeinderats bewilligte die Stadt im Oktober 2004 einen Zuschuss von 48500 Euro. Mit dem Pfingstsportfest von 13. bis 16. Mai 2005 nahm Rockenau Abschied. Die Herren verloren ihr letztes Hartplatzspiel gegen den 1. FC Dilsberg mit 3:5. Am 26. Mai rollte der Ball zum letzten Mal über die Rote Erde: Die Frauenmannschaft unterlag dem TSV Eichtersheim mit 0:4. Dann rollten die Bagger an. Unzählige Helfer buddelten,
baggerten und schufteten in mehr als 1100 ehrenamtlichen Arbeitsstunden. Mitte Oktober war es soweit. Das Gras spross. Bauleiter Hans Steinacker von der Firma Sportstättenbau Garten-Moser, die auch den Rasen in der Münchner
Allianz-Arena verlegt hat, gab den Platz frei: “Eine kompakte Sache. Der Platz ist bespielbar.” Nach Jahrzehnten auf Kohlenplatte und Tennenplatz hatte Rockenau endlich ein Rasenspielfeld. Ob der Verein damit glücklicher wird, muss sich indes erst noch zeigen.

Aktuelles

Links

Kontakt

Telefon Verein:                 06271 9475980

E-Mail Verein